Amazon Pay bringt die bei Amazon hinterlegten Adress- und Zahlungsdaten Ihrer Kunden in Ihren Shop – ohne dass jemand ein weiteres Konto anlegen oder eine Kartennummer abtippen muss. Diese Anleitung zeigt, wie Sie es in Shopware 6, WooCommerce und Magento 2 einrichten, was Sie dafür brauchen und warum 2026 der Wechsel auf Checkout v2 ansteht.
Wichtig vorab: Amazon hat die Integration auf Checkout v2 umgestellt. Version 1 wird noch unterstützt, Amazon empfiehlt den Wechsel aber ausdrücklich. Wer heute neu integriert, nimmt v2 – wer noch auf v1 läuft, sollte den Umstieg einplanen.
Was Sie brauchen, bevor es losgeht
Unabhängig vom Shopsystem sind drei Dinge Voraussetzung:
- Ein Amazon-Pay-Händlerkonto. Das ist nicht identisch mit einem Verkäuferkonto bei Amazon Marketplace. Sie registrieren sich separat unter pay.amazon.de. Amazon prüft Ihr Unternehmen, das dauert in der Regel einige Werktage.
- HTTPS im gesamten Shop. Amazon Pay verweigert den Dienst auf ungesicherten Seiten – auch im Testmodus.
- Die Zugangsdaten aus dem Seller Central: Merchant ID, Public Key ID und ein privater Schlüssel. Diese drei Werte tragen Sie später in Ihr Shopsystem ein. Den privaten Schlüssel bekommen Sie genau einmal zum Download – legen Sie ihn sicher ab, Amazon zeigt ihn kein zweites Mal.
Amazon Pay in Shopware 6 einrichten
Shopware führt Amazon Pay als offizielle Integration. Der Weg ist kurz:
- Im Shopware Store das Plugin Amazon Pay beziehen und über Erweiterungen → Meine Erweiterungen installieren und aktivieren.
- Unter Einstellungen → Erweiterungen → Amazon Pay die Merchant ID, Public Key ID und den privaten Schlüssel hinterlegen. Achten Sie auf die richtige Region (EU) und darauf, dass Sie zunächst den Sandbox-Modus wählen.
- Im Seller Central die erlaubten JavaScript-Ursprünge und Rückkehr-URLs Ihres Shops eintragen. Wird dieser Schritt vergessen, bricht der Bezahlvorgang mit einer nichtssagenden Fehlermeldung ab – das ist der mit Abstand häufigste Stolperstein.
- Die Zahlungsart in den gewünschten Verkaufskanälen und Versandarten freigeben.
- Eine Testbestellung im Sandbox-Modus durchlaufen, danach auf Live umstellen.
Praxishinweis: Amazon Pay zeigt seinen Button idealerweise schon im Warenkorb, nicht erst in der Kasse. Genau dort wirkt der Vorteil – der Kunde überspringt die Adresseingabe komplett.
Amazon Pay in WooCommerce einrichten
Für WooCommerce gibt es das offizielle Plugin von Amazon Pay. Wichtig ist, die aktuelle Checkout-V2-Fassung zu verwenden – ältere Versionen laufen noch, erhalten aber keine Weiterentwicklung.
- Plugin installieren und aktivieren, dann unter WooCommerce → Einstellungen → Zahlungen → Amazon Pay öffnen.
- Die Verbindung zum Händlerkonto herstellen und die Schlüssel eintragen.
- Prüfen, ob Ihr Theme den Amazon-Pay-Button im Warenkorb korrekt darstellt. Bei stark angepassten Themes und bei Page-Buildern verschwindet der Button gern hinter eigenem Markup.
- Testbestellung in der Sandbox, dann live schalten.
Zwei WooCommerce-Besonderheiten, die in der Praxis Zeit kosten: Wenn Sie mit Germanized oder einem anderen Rechtstexte-Plugin arbeiten, muss die Widerrufsbelehrung auch im Amazon-Pay-Ablauf erscheinen. Und wenn Sie einen One-Page-Checkout einsetzen, prüfen Sie, ob dieser den Amazon-Button überhaupt rendert.
Amazon Pay in Magento 2 einrichten
Für Magento 2 gibt es die offizielle Erweiterung im Adobe Commerce Marketplace. Hier ist der wichtigste Punkt die Version: Amazon-Pay-Module bis einschließlich 2.4.3 werden von Adobe nicht mehr unterstützt und enthalten nicht die aktuellen Sicherheitsaktualisierungen. Wer eine alte Fassung im Einsatz hat, sollte zeitnah aktualisieren.
- Das aktuelle Amazon Pay CV2-Modul über Composer beziehen und installieren.
- Unter Stores → Configuration → Sales → Payment Methods → Amazon Pay konfigurieren.
- Zugangsdaten eintragen, Region auf Europa stellen, Sandbox aktivieren.
- Cache leeren, Testbestellung, dann live.
Checkout v1 oder v2 – woran Sie erkennen, was bei Ihnen läuft
Ein einfacher Anhaltspunkt: Fragt die Konfiguration nach Public Key ID und privatem Schlüssel, arbeiten Sie mit v2. Fragt sie nach Access Key und Secret Key, läuft noch v1. Der Wechsel ist kein Update im laufenden Betrieb, sondern eine neue Konfiguration – planen Sie ihn mit einer Testphase, nicht am Freitagnachmittag.
Lohnt sich der Aufwand?
Der Nutzen von Amazon Pay liegt nicht im Bezahlen selbst, sondern im Wegfall der Dateneingabe. Adresse, Zahlungsmittel und Kontaktdaten kommen aus dem Amazon-Konto. Genau dort brechen Bestellungen sonst ab – besonders am Handy, wo das Abtippen einer Kartennummer die größte Hürde im ganzen Bestellvorgang ist.
Drei Punkte, die man vorher wissen sollte:
- Amazon Pay ersetzt keine Zahlungsartenvielfalt, sondern ergänzt sie. Rechnungskauf, PayPal und Lastschrift bleiben in Deutschland wichtig – ein Blick in unseren Vergleich der Zahlungsanbieter lohnt sich, bevor Sie sich festlegen.
- Die Gebühren rechnet Amazon transaktionsabhängig ab. Die aktuellen Konditionen stehen bei Amazon selbst – rechnen Sie sie gegen Ihren durchschnittlichen Warenkorb, nicht gegen den Jahresumsatz.
- Der Button gehört sichtbar in den Warenkorb. Versteckt in der Kasse verschenkt er seinen größten Vorteil.
Wir richten es für Sie ein
Seit 14 Jahren bauen und betreuen wir Shops in Magento, WooCommerce und Shopware – die Einrichtung von Amazon Pay gehört bei uns zum Alltag, inklusive der Fallstricke, die keine Anleitung erwähnt: der vergessene JavaScript-Ursprung, der Button, den das Theme verschluckt, die Rechtstexte, die im Amazon-Ablauf fehlen.
Wenn Sie Amazon Pay ohnehin einrichten lassen möchten: Die Anbindung einer zusätzlichen Zahlungsart kalkulieren wir ab 690 €. Sprechen Sie uns an – wir sehen uns Ihren Shop vorher an und sagen Ihnen, ob sich der Aufwand für Ihr Sortiment rechnet.
Häufige Fragen
Brauche ich für Amazon Pay ein Verkäuferkonto bei Amazon?
Nein. Amazon Pay ist ein eigener Dienst mit eigener Registrierung. Sie müssen nichts auf dem Marktplatz verkaufen, um Amazon Pay im eigenen Shop anzubieten.
Sehen meine Kunden meine Produkte dann bei Amazon?
Nein. Amazon Pay überträgt ausschließlich die Zahlungs- und Adressdaten. Ihr Sortiment bleibt in Ihrem Shop, Amazon bekommt keinen Produktkatalog.
Funktioniert Amazon Pay auch bei Abonnements?
Ja, Checkout v2 unterstützt wiederkehrende Zahlungen. Die Einrichtung unterscheidet sich allerdings von der einmaligen Zahlung und muss im Shopsystem gesondert konfiguriert werden.
Was passiert bei einer Rückerstattung?
Erstattungen lösen Sie aus Ihrem Shopsystem heraus aus, sofern das Plugin das unterstützt. Andernfalls über das Seller Central. Wichtig: Teilerstattungen sind möglich, aber nicht in jeder Plugin-Fassung vollständig abgebildet – das gehört in den Test vor dem Livegang.






















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