Warum die Shopsuche so direkt auf den Umsatz wirkt
Die interne Suche verdichtet Kaufabsicht. Wer sucht, formuliert Bedarf in einer Sprache, die näher am Abschluss liegt als viele andere Signale im Shop. Nutzer tippen Marken ein, Produktarten, Größen, Farben, technische Merkmale, manchmal sogar komplette Mini-Briefings. Das ist Gold. Denn dein Shop bekommt damit kostenlos gesagt, was gerade gewünscht wird. Wenn du diese Information sauber verarbeitest, kannst du punktgenau ausspielen, was den nächsten Klick verdient.
Viele Teams schauen zuerst auf Startseite, Navigation, Kategoriebaum und Checkout. Das ist sinnvoll. Doch die Suche sitzt dazwischen wie eine Abkürzung zur Kaufentscheidung. Sie überspringt Umwege. Sie verkürzt Entscheidungszeit. Sie entlastet die Navigation. Und sie rettet Fälle, in denen Nutzer den Kategoriestrukturen deines Shops logisch nicht folgen. Der Kunde denkt eben nicht in deiner Attributlogik, sondern in seinem Alltag. Er sucht nach „Kabel für Monitor“, obwohl das Produkt bei dir „DisplayPort 1,4 Anschlusskabel 2 m“ heißt. Wenn deine Suche beides zusammenbringt, gewinnt der Shop.
Ein zweiter Punkt wird oft unterschätzt. Die Suchfunktion ist gleichzeitig Datensensor und Optimierungstool. Sie zeigt dir, was Menschen wirklich suchen, welche Begriffe fehlen, wo Null-Treffer entstehen und welche Suchanfragen zwar Traffic bringen, aber kaum Umsatz. Das ist keine Nebensache. Das ist ein direkter Zugang zu Sprache, Bedarf und Reibung im Kaufprozess. Wer diese Daten auswertet, verbessert nicht nur die Suche, sondern oft auch Produktdaten, Kategorienamen, Filter, Landingpages und Content.
Menschen mit Suchintention sind selten in Plauderlaune
Wer die Suche nutzt, hat meist wenig Geduld. Diese Nutzer möchten nicht stöbern, sie möchten finden. Darum reagieren sie empfindlicher auf schlechte Relevanz als andere Besuchergruppen. Eine träge Suche, vertauschte Prioritäten oder Null-Treffer-Seiten sind hier besonders teuer. Der Frust kommt schnell. Und Frust kauft nicht.
Genau hier beginnt der Umsatzhebel. Eine gute Suche reduziert Reibung. Sie zeigt schneller passende Produkte. Sie erkennt auch unsaubere Eingaben. Sie lenkt durch Suggests und Filter. Und sie kann Produkte hervorheben, die zur Suchintention, zum Lagerbestand oder zu deinen Margenzielen passen. Das ist keine Magie. Das ist saubere Relevanzarbeit mit Business-Brille.

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Autosuggest, der erste Verkauf passiert oft vor dem Enter
Autosuggest ist dieser kurze Moment, in dem dein Shop beweisen darf, dass er zuhört. Schon während der Eingabe zeigt sich, ob deine Suche Nutzer versteht oder nur Buchstaben aneinanderreiht. Gute Suggest-Funktionen sparen Tipparbeit, reduzieren Fehler und führen schneller zur Produktdetailseite. Schlechte Suggests liefern wilde Vorschläge, irrelevante Begriffe oder gefühlt gar nichts. Dann steht der Nutzer da, schaut auf den Bildschirm und denkt sich sinngemäß: „Okay, dann eben woanders.“ Autsch.
Ein starkes Autosuggest sollte mehr können als reine Wortvervollständigung. Es sollte Suchbegriffe, Kategorien, Marken, Produkte und sinnvolle Alternativen anzeigen. Im besten Fall mit Bild, Preis, Verfügbarkeit oder Kategoriehinweis. So entsteht Orientierung in Echtzeit. Nutzer sehen sofort, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Das senkt Unsicherheit und erhöht die Klickwahrscheinlichkeit. Der Vorschlag selbst wird zur kleinen Verkaufsfläche.
Besonders stark wird Autosuggest, wenn es Verhalten und Sortiment zusammenführt. Häufig gesuchte Begriffe, gut performende Produkte, saisonale Bestseller oder margenstarke Artikel können kontrolliert sichtbarer werden. Aber bitte mit Gefühl. Wenn du im Suggest nur pusht, was du verkaufen willst, und nicht das, was der Nutzer sucht, riecht das System schnell nach Eigeninteresse. Und Nutzer merken sowas oft schneller als mancher Projektplan.
Ein lesenswerter Überblick zum Potenzial von intelligenter Shopsuche, inklusive Fehlertoleranz, Suggest und personalisierter Ausspielung, findet sich bei Onlinemarketing.de zur Optimierung der Suchfunktion im Online Shop. Der Kernpunkt ist klar: Die Suche darf nicht nur reagieren, sie soll aktiv leiten.
Was ein gutes Autosuggest konkret leisten sollte
Erstens braucht es Tempo. Vorschläge müssen schnell erscheinen, sonst verpufft der Effekt. Zweitens braucht es Relevanz. Die ersten Treffer müssen mit hoher Wahrscheinlichkeit passen. Drittens braucht es Struktur. Nutzer sollten sofort erkennen, ob sie gerade ein Produkt, eine Marke, eine Kategorie oder einen Ratgeberbeitrag sehen. Viertens braucht es Sichtbarkeit auf Mobilgeräten. Gerade mobil entscheidet gutes Suggest oft darüber, ob jemand weiter sucht oder die Sache abbricht.
Praktisch heißt das für deinen Shop: Arbeite mit getrennten Suggest-Bereichen für Produkte, Kategorien und Inhalte. Zeige pro Bereich nur wenige, starke Vorschläge statt einer langen Wurst. Priorisiere Produkte mit gutem Lagerbestand und starker Performance. Berücksichtige Saisonbegriffe wie „Sommerkleid“, „Black Friday Laptop“ oder „Gartenstuhl wetterfest“. Und prüfe, ob im Suggest bereits Filterhinweise sinnvoll sind, etwa Marke, Größe oder Material.
Ein Tipp aus der Praxis: Analysiere regelmäßig die Top-20-Suchbegriffe und baue dafür gezielte Suggest-Logiken. Wenn Nutzer oft nach „Sneaker weiß damen“ suchen, sollte dein Suggest genau diese Pfade stark bedienen. Nicht nur mit einem Suchwort, sondern mit konkreten Produkten und Kategorien. So verkürzt du den Weg vom Gedanken zum Warenkorb.
Synonyme, sprich die Sprache deiner Kunden und nicht nur die deines PIM
Viele Shops verlieren Umsatz, weil sie intern korrekt und extern unverständlich sprechen. Im System steht „Sitzmöbel“, der Mensch sucht „Stuhl“. Im Datenblatt steht „Funktionsjacke“, der Kunde tippt „Regenjacke“. Im Sortiment steht „Sneaker low“, gesucht wird „Turnschuhe“. Kein Drama, solange deine Suche Synonyme, Alternativbegriffe und alltagsnahe Formulierungen kennt. Wenn nicht, entsteht diese fiese Lücke zwischen Sortiment und Sprache. Und in dieser Lücke verschwindet Conversion.
Synonym-Management gehört deshalb zu den saubersten Hebeln für bessere Relevanz. Es hilft vor allem bei breiten Sortimenten, technischen Produkten, erklärungsbedürftigen Artikeln und Branchen mit vielen regionalen Begriffen. Das Ziel ist klar. Der Shop soll auch dann die passende Richtung erkennen, wenn der Kunde einen anderen Begriff nutzt als dein Katalog.
Dabei geht es nicht nur um 1:1-Synonyme. Auch Abkürzungen, Schreibvarianten, Singular und Plural, Umgangssprache, markenunabhängige Suchmuster und gängige Fehlbezeichnungen gehören dazu. Wer nach „Airpods Hülle“ sucht, meint oft Zubehör für kabellose Ohrhörer, auch wenn dein Produkt formal anders benannt ist. Wer „Pullover Herren Büro“ eingibt, erwartet ebenfalls, dass Kontext verstanden wird. Moderne Suche muss solche Signale auffangen und sinnvoll übersetzen.
So pflegst du Synonyme mit System
Starte nicht mit Bauchgefühl, sondern mit Daten. Schau in deine Suchlogs. Welche Anfragen führen zu Null-Treffern. Welche Begriffe tauchen häufig auf, liefern aber schwache Ergebnisse. Welche Wortgruppen führen überproportional zu Filtern oder Suchabbrüchen. Daraus baust du nach und nach ein Synonym-Set auf, das sich an echtem Verhalten orientiert.
Ich würde Synonyme in drei Gruppen pflegen. Gruppe eins sind harte Synonyme, also Begriffe mit gleicher Bedeutung. Gruppe zwei sind nahe Begriffe, die in dieselbe Produktwelt zeigen. Gruppe drei sind strategische Mapping-Begriffe, mit denen du Suchende auf passende Kategorien, Marken oder Landingpages leitest. Das ist vor allem dann stark, wenn Nutzer eher problemorientiert suchen, etwa „Geschenk für Läufer“, „Bürostuhl Rücken“ oder „Kaffeemaschine kleine Küche“.
Wichtig ist auch, Synonyme nicht unkontrolliert zu überdehnen. Wer alles mit allem verknüpft, verwässert die Relevanz. Dann sucht jemand nach „Sakko“ und bekommt plötzlich halbe Festmode, Business-Hosen und Hochzeitsaccessoires auf den Tisch. Kann man machen. Muss man aber nicht. Präzision gewinnt.
Fehlertoleranz, rette Verkäufe vor Vertippern und Tastaturdrama
Tippfehler passieren ständig. Mobil noch häufiger. Dazu kommen Zahlendreher, Markenfehler, Vertauschen von Buchstaben, regionale Schreibweisen und halbfertige Eingaben. Eine Suche, die damit nicht umgehen kann, produziert Null-Treffer und Frust. Eine Suche mit guter Fehlertoleranz erkennt die Absicht hinter der Eingabe und führt trotzdem zum Ziel. Genau das macht sie im Alltag so wertvoll.
Fehlertoleranz bedeutet aber nicht, alles irgendwie passend zu biegen. Sie braucht klare Regeln. Ein System muss verstehen, wann ein Vertipper vorliegt, wann eine alternative Schreibweise gemeint ist und wann die Anfrage tatsächlich in eine andere Produktwelt führt. Wer „adids“ tippt, meint mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Marke. Wer „rotes kleid xl satin“ eingibt, braucht eine Suche, die mehrere Signale gleichzeitig sauber verarbeitet. Das ist die Stelle, an der technische Qualität direkt in Umsatz übersetzt wird.
Besonders wichtig ist Fehlertoleranz bei Marken, Modellnamen, technischen Spezifikationen und international gemischten Sortimenten. Ein fehlendes Zeichen kann sonst reichen, um gute Produkte unsichtbar zu machen. Und unsichtbare Produkte verkaufen sich bekanntlich in etwa so gut wie ein Kühlschrank im Nebel. Also gar nicht.
Praktische Regeln für saubere Fehlertoleranz
Lege unterschiedliche Toleranzstufen fest. Für kurze Begriffe sollte die Korrektur enger sein, weil kleine Abweichungen sonst zu viele falsche eren
erzeugen. Für längere Anfragen darf die Toleranz höher ausfallen. Prüfe außerdem, ob deine Suche Wortreihenfolge robust verarbeitet, Teilbegriffe erkennt und Sonderzeichen sauber behandelt. Gerade bei Technik, Nahrungsergänzung, Ersatzteilen oder Modegrößen ist das entscheidend.
Baue zusätzlich eine sichtbare Korrekturlogik ein. Statt stumm umzudeuten, darf die Suche transparent helfen. Zum Beispiel mit „Meintest du …“ oder „Ergebnisse für …“. Das schafft Vertrauen. Nutzer verstehen dann, warum sie bestimmte Treffer sehen, und können schnell gegensteuern, falls die Interpretation danebenliegt.
Vergiss auch Produktdaten nicht. Eine starke Suchengine kann nur so gut arbeiten, wie die Datenbasis es zulässt. Wenn Marken uneinheitlich gepflegt sind, Attribute fehlen oder wichtige Keywords nie in Titel, Kurzbeschreibung oder Metadaten auftauchen, wird auch die beste Fehlertoleranz irgendwann nur noch Schadensbegrenzung betreiben.
Merchandising, deine Suche ist auch eine Verkaufsfläche
Jetzt kommt der Teil, den viele mögen, weil er direkt auf Business-Ziele einzahlt. Merchandising in der Suche heißt, dass du Reihenfolgen, Sichtbarkeit und Prioritäten gezielt steuerst. Also nicht nach Bauchgefühl, sondern anhand von Lagerbestand, Marge, Saison, Kampagnen, Exklusivität oder Conversion-Daten. Die Suche zeigt dann nicht bloß relevante Produkte, sondern relevante Produkte mit strategischem Mehrwert.
Das ist mächtig. Aber auch sensibel. Denn Suchmerchandising darf nie gegen die Suchintention arbeiten. Wer nach einem ganz bestimmten Produkt sucht, möchte keine plumpe Umleitung auf einen Ladenhüter. Gute Merchandising-Regeln unterstützen die Relevanz. Sie schieben geeignete Produkte etwas nach vorn, sie blenden schwache Treffer eher aus, sie priorisieren verfügbare Artikel und sie reagieren auf Saison oder Kampagne. Schlechte Regeln verformen das Ergebnisbild so stark, dass Nutzer sich nicht ernst genommen fühlen.
Für moderne Suchsysteme sind Boosting-Regeln, Filter-Logiken und Ranking-Signale ein zentraler Hebel. Wer einen technischen Eindruck dazu möchte, findet in den offiziellen Infos von Google Cloud zu Boosting-Regeln für Commerce-Suchergebnisse einen guten Einblick, wie gesteuerte Priorisierung in Suchergebnissen gedacht wird. Für Shops heißt das praktisch: Relevanz zuerst, Business-Signale direkt dahinter.
Diese Merchandising-Signale bringen oft am meisten
Verfügbarkeit ist ein Klassiker. Produkte, die sofort lieferbar sind, gehören in vielen Fällen vor Artikel mit langen Lieferzeiten. Danach kommt Performance. Produkte mit guter Klickrate, hoher Such-Conversion und stabiler Retourenlage sind starke Kandidaten für Priorisierung. Dann folgen Margin- und Kampagnenziele. Wenn zwei Produkte zur Anfrage ähnlich gut passen, darf das wirtschaftlich stärkere Produkt gern etwas prominenter stehen. Das ist fair und klug.
Spannend wird es bei Suchregeln für Saison und Anlass. Im Herbst können bei „jacke damen“ andere Produkte dominieren als im April. Zu Weihnachten dürfen Geschenksets, Bundles oder limitierte Editionen sichtbarer werden. Bei Sportartikeln können Kategorien nach Saison, Wetter oder Event angepasst werden. So arbeitet die Suche mit dem Kalender statt gegen ihn.
Ein weiterer Hebel ist Content-Merchandising. Bei manchen Anfragen hilft es, nicht nur Produkte zu zeigen, sondern auch Größenberater, Ratgeber, Vergleichsseiten oder Pflegehinweise. Das gilt vor allem für beratungsintensive Sortimente. So wird die Suche vom Trefferkasten zur Entscheidungsunterstützung. Und genau dort sinkt oft die Absprungrate.
Die Suchergebnisseite entscheidet, ob Relevanz auch verkauft
Eine gute Query ist nur die halbe Miete. Die Ergebnisseite muss den Job zu Ende bringen. Dazu gehören klare Produktbilder, sichtbare Preise, sinnvolle Badges, erkennbare Verfügbarkeit und brauchbare Filter. Wer nach „running schuhe herren pronation“ sucht und dann auf einer Seite mit 164 Treffern ohne klare Eingrenzung landet, bekommt keine Orientierung. Er bekommt Arbeit. Und Arbeit ist selten kaufstark.
Filter nach Größe, Farbe, Marke, Preis, Material oder technischen Merkmalen sollten auf die Suchanfrage abgestimmt sein. Dynamische Facetten sind hier stark. Denn nicht jede Anfrage braucht dieselben Filter. Bei „sofa“ helfen andere Eingrenzungen als bei „ssd 2tb“. Wenn Filter relevant sind, fühlen sich Ergebnisse kontrollierbar an. Das erhöht die Chance auf Klick und Kauf.
Prüfe auch, wie Null-Treffer-Seiten aussehen. Die schlechteste Version ist gähnende Leere. Die bessere Version zeigt Alternativen, ähnliche Begriffe, Top-Kategorien, Bestseller oder einen hilfreichen Hinweis. Null Treffer dürfen nie das Ende der Unterhaltung sein. Sie sollten ein Umleiten sein. Sonst erzeugt der Shop das Gefühl: „Ich weiß auch nicht, was du willst.“ Kein guter Verkäufer. Nicht mal an einem Montagmorgen.
Reporting und KPIs, ohne Messung wird die Suche zur Bauchgefühl-Zone
Wenn du die Shopsuche ernsthaft als Umsatzhebel nutzen willst, musst du sie messen wie ein eigenes Performance-Modul. Der erste Blick geht auf Suchnutzungsrate, Null-Treffer-Quote, Klickrate aus der Suche, Such-Conversion-Rate und Umsatzanteil aus Suchsessions. Dazu kommen Verfeinerungen wie Suchabbrüche, nachträgliche Filter-Nutzung, Zeit bis zum Klick und die Performance einzelner Suchbegriffe.
Besonders wertvoll ist der Vergleich zwischen Sessions mit Suche und Sessions ohne Suche. Daraus erkennst du, wie stark Suchnutzer zur Conversion beitragen und wo du investieren solltest. Eine weitere Goldgrube sind Suchanfragen mit hohem Volumen, aber schwacher Conversion. Hier stecken oft Datenprobleme, schlechte Rankings, fehlende Synonyme oder ein Mismatch zwischen Erwartung und Sortiment.
Wer seine KPI-Basis im E-Commerce sauber aufziehen will, findet bei OMR einen guten Überblick zu wichtigen E-Commerce-KPIs. Für die Suche würde ich daraus einen eigenen KPI-Block ableiten, damit dieses Thema nicht irgendwo zwischen Kampagnen und Checkout-Berichten verschwindet.
Diese Fragen solltest du dir monatlich stellen
Welche Suchbegriffe erzeugen Umsatz. Wo entstehen Null-Treffer. Welche Suchanfragen werden oft genutzt, liefern aber kaum Klicks. Welche Begriffe führen zu vielen Klicks, aber wenigen Käufen. Welche Produkte werden in der Suche oft gezeigt, aber selten gewählt. Und welche Begriffe tauchen immer wieder auf, obwohl sie in deinen Kategorien oder Produktdaten kaum sauber abgebildet sind. Genau diese Fragen machen aus Suchdaten echte Handelsdaten.
Ein sinnvoller Umsetzungsplan für mehr Umsatz über die Suche
Du musst die Suche nicht in einem großen Kraftakt neu bauen. Oft ist ein gestufter Rollout klüger. In Phase eins analysierst du Suchlogs, Null-Treffer, Top-Begriffe und bestehende Datenqualität. In Phase zwei pflegst du Synonyme, optimierst Autosuggest, definierst Korrekturlogiken und verbesserst die Ergebnisdarstellung. In Phase drei kommen Merchandising-Regeln, saisonale Prioritäten, Content-Einbindungen und ein klares Reporting-Setup dazu.
Wenn du mit Magento, Shopware, WooCommerce oder einem Headless-Setup arbeitest, gilt derselbe Grundsatz. Fang bei Nutzerintention und Daten an, nicht beim Feature-Prospekt eines Tools. Die beste Suchlösung bringt wenig, wenn Produktdaten lückenhaft sind und niemand Suchlogs auswertet. Umgekehrt kann selbst ein bestehendes Setup stark aufholen, wenn Regeln, Datenpflege und KPI-Messung sauber zusammenarbeiten.
Mein praktischer Rat: Nimm dir zuerst die zwanzig häufigsten Suchbegriffe, die meisten Null-Treffer und die wichtigsten Saisonanfragen vor. Das ist kein glamouröser Start, aber ein wirksamer. Genau dort sitzt oft der schnellste Hebel. Wenn diese Basis steht, kannst du Semantik, Personalisierung und komplexeres Merchandising schrittweise ausbauen.
Typische Fehler, die Shops teuer bezahlen
Der erste Fehler ist Gleichgültigkeit. Die Suche ist da, also wird sie schon passen. Nein. Der zweite Fehler ist Übersteuerung. Merchandising-Regeln werden so aggressiv gesetzt, dass Relevanz leidet. Der dritte Fehler ist Datenchaos. Begriffe sind uneinheitlich gepflegt, Attribute fehlen, Marken werden mal so und mal so geschrieben. Der vierte Fehler ist fehlendes Reporting. Dann wird diskutiert, gefühlt und geraten, aber kaum entschieden.
Ein weiterer Klassiker sind mobile Kompromisse. Das Suchfeld ist versteckt, das Suggest überlagert den halben Screen oder die Treffer sind kaum bedienbar. Gerade mobil muss die Suche klar, schnell und fingerfreundlich sein. Sonst verlierst du Nutzer in einem Moment, in dem sie eigentlich schon fast kaufbereit waren.
Und dann gibt es noch den hübschen Fehler, nur auf Produktnamen zu vertrauen. Kunden suchen nicht immer exakt nach Produktnamen. Sie suchen nach Problemen, Eigenschaften, Anlässen und Alltagssprache. Wer nur katalogtreu denkt, bleibt zu nah am System und zu weit weg vom Menschen. Genau da wird es teuer.
Fazit, wer gefunden wird, verkauft besser
Die Suchfunktion ist kein technisches Anhängsel. Sie ist Verkäuferin, Wegweiserin, Datenquelle und Merchandising-Fläche in einem. Mit gutem Autosuggest verkürzt du den Weg. Mit Synonymen sprichst du die Sprache deiner Kunden. Mit Fehlertoleranz rettest du Suchanfragen, die sonst im Nichts landen würden. Mit Merchandising steuerst du Sichtbarkeit entlang deiner Ziele, ohne die Nutzerintention zu verraten. Und mit sauberem Reporting erkennst du, wo Umsatz liegen bleibt.
Wenn du deinen Shop spürbar stärker machen willst, schau dir die Suche nicht erst an, wenn alles andere fertig ist. Schau sie dir an, weil sie mitten im Kaufmoment sitzt. Dort, wo Nutzer sagen, was sie wollen. Klarer wird Bedarf im E-Commerce kaum noch kommuniziert. Die Kunst liegt darin, diesen Moment ernst zu nehmen und technisch klug zu beantworten.
Mich würde interessieren, wie du das in deinem Shop gerade gelöst hast. Nutzt du schon Synonym-Logiken, Merchandising-Regeln oder ein starkes Autosuggest. Oder ist die interne Suche eher dieses Bauteil, das tapfer mitläuft und still hofft, nicht angesprochen zu werden. Genau solche Beispiele sind Gold wert. Sie zeigen oft schneller als jede Theorie, wo Umsatz verschenkt wird und welcher Hebel als Nächstes dran ist.








Moin! Bei uns im Bioladen-Webshop war die Suche eine Katastrophe. Kunden haben nach ‚Hafermilch‘ gesucht und nichts gefunden, weil das Produkt offiziell ‚Haferdrink‘ heißt. Seitdem wir Synonyme eingerichtet haben, läuft es viel besser. Danke für den Denkanstoß!
Als E-Commerce-Berater sehe ich das täglich bei meinen Kunden: Die Suche wird bei der Shop-Planung immer als letztes behandelt, dabei ist sie oft der entscheidende Conversion-Hebel. Besonders der Aspekt Merchandising wird hier sehr gut erklärt.
Was ich ergänzen würde: Die Suchanalyse ist mindestens genauso wichtig wie die Suchfunktion selbst. Was suchen meine Kunden? Welche Suchanfragen führen zu Nullergebnissen? Diese Daten sind pures Gold für Sortimentsentscheidungen und Marketing.
Wir haben bei einem Kunden aus dem Bereich Heimtextilien die Suchanfragen ausgewertet und festgestellt, dass 12% aller Suchanfragen nach Produkten gingen, die gar nicht im Sortiment waren. Daraufhin wurde das Sortiment erweitert – mit direktem Umsatzeffekt von +18% im ersten Quartal.
Der Zusammenhang zwischen einer guten Conversion Rate Optimierung und einer durchdachten Suchfunktion ist nicht zu unterschätzen. Wer hier investiert, bekommt den ROI schnell zurück.
Super Artikel! Die Suchfunktion wird total unterschätzt 👍
Endlich mal ein fundierter Beitrag zum Thema Shop-Suche! Wir betreiben einen mittelgroßen Online-Shop für Industriebedarf und haben jahrelang die Standard-Suche unseres Shopsystems genutzt. Das Ergebnis: Kunden haben ständig angerufen, weil sie Produkte nicht finden konnten. Seit wir auf eine professionelle Suchlösung mit Autosuggest und Fehlertoleranz umgestellt haben, sind unsere telefonischen Anfragen um fast 40% zurückgegangen. Was hier im Artikel über Synonyme steht, kann ich 1:1 bestätigen – unsere Kunden suchen nach ‚Schraubendreher‘, meinen aber ‚Schraubenzieher‘, oder tippen ‚Inbus‘ statt ‚Innensechskant‘. Ohne Synonym-Mapping wäre das alles ein Nullergebnis. Die Investition in eine gute Suchfunktion hat sich bei uns innerhalb von drei Monaten amortisiert.